Die Burg Kumamoto (Kumamoto-jo) befindet sich in der Stadt Kumamoto in Japan und wurde zu Beginn der Edo-Zeit unter Kato Kiyomasa von 1601 bis 1607 errichtet. Sie zählt neben der Burg Matsumoto und der Burg Himeji zu den Nihon sanmeijo (dt. „drei bedeutsamen Burgen Japans“) und trägt den Beinamen (ginnan-jo, dt. „Ginkgo-Burg“), da der Legende nach Kato Kiyomasa beim Bau der Burg eigenhändig einen Ginkgobaum gepflanzt haben soll. Der große Ginkgobaum der Burg trägt trotz der während der Satsuma-Rebellion erlittenen Verbrennungen wieder Früchte und ist über 400 Jahre alt.Die Burg wurde beim Kumamoto-Erdbeben 2016 schwer beschädigt. Aktuell befindet sich die Anlage für mehrere Jahre in Reparatur.

Bau
Der tenshu (Donjon) ist eine aus Stahlbeton erstellte Rekonstruktion aus dem Jahre 1960, aber viele Nebengebäude sind im Originalzustand erhalten geblieben. Im Jahr 2010 wurde als letztes Gebäude der ehemaligen Burg der Honmaru-goten-Palast in traditioneller Holzbauweise wiederhergestellt. Die Burg hatte in ihrer Hochzeit 49 Türme sowie 18 große und 29 kleine Tore. Die Gesamtfläche betrug 980.000 Quadratmeter bei einem Umfang von 5,3 km. Der tenshu ist 30,3 m hoch. Eine Besonderheit sind die steilen Steinmauern, die
(mushagaeshi, dt. „Kriegerabwehr“) oder auch Rattenabwehr genannt werden, da es selbst einer Ratte unmöglich sei, die Mauern zu erklimmen. Die Burg zählt zum Typ der hirayama-jiro (dt. „Höhenburg in der Ebene“).

Uto-yagura
Der Uto-yagura befindet sich nord-östlich des tenshu und ist ein fünfstöckiges Gebäude in Holzbauweise mit drei Dachgiebeln, errichtet auf einer 20 m hohen Steinmauer. Die Höhe über dem Sockel beträgt 19 m. Bis in die ersten Jahre der Meji-Zeit gab es insgesamt fünf yagura in fünfstöckiger Bauweise. Der uto-yagura ist als einziges mehrstöckiges Gebäude im Originalzustand erhalten geblieben und wurde zu einem wichtigen nationalen Kulturgut ernannt.

Kulturdenkmal
Die Burg ist eine bedeutende Burgruine, die 1955 zur Besonderen historischen Stätte (tokubetsu shiseki) und deren dreizehn noch im Originalzustand erhaltenen Gebäudeteile 1993 zu wichtigen nationalen Kulturgütern ernannt wurden:

Uto-yagura
Gennonshin-yagura
Yonken-yagura
Juyonken-yagura
Shichiken-yagura
Tago-yagura
Higashijuhachiken-yagura
Kitajuhachiken-yagura
Goken-yagura
Fukai-mon
Hira-yagura
Kenmotsu-yagura
Nagabei

Die Warenhäuser Higashijuhachiken-yagura und Kitajuhachiken-yagura stürzten am 16. April 2016 beim Kumamoto-Erdbeben ein, das auch Mauern und Dächer schwer beschädigte.